Bußgeldkatalog, Stand: 08.11.2026
Geschwindigkeitsüberschreitung
Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog 2026 für eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts und außerorts und können Ihre Blitzermessung von einem Experten auf Fehler prüfen lassen.
* Studie der VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co.KGStrafen Außerorts Strafen Innerorts
Bußgeldtabelle 2026 Außerorts
| Km/h | Punkte | Bußgeld | Fahrverbot | Einspruch ratsam? |
|---|---|---|---|---|
| Bis 10 Km/h | - | 20€ | Nein | Eher nicht |
| 11 - 15 Km/h | - | 40€ | Nein | Eher nicht |
| 16 - 20 Km/h | - | 60€ | Nein | Eher nicht |
| 21 - 25 Km/h | 1 | 100€ | Nein | Jetzt prüfen |
| 26 - 30 Km/h | 1 | 150€ | 1 Monat* | Jetzt prüfen |
| 31 - 40 Km/h | 1 | 200€ | 1 Monat* | Jetzt prüfen |
| 41 - 50 Km/h | 2 | 320€ | 1 Monat | Jetzt prüfen |
| 51 - 60 Km/h | 2 | 480€ | 1 Monat | Jetzt prüfen |
| 61 - 70 Km/h | 2 | 600€ | 2 Monate | Jetzt prüfen |
| Über 70 Km/h | 2 | 700€ | 3 Monate | Jetzt prüfen |
* Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird.
Bußgeldtabelle 2026 Innerorts
| Km/h | Punkte | Bußgeld | Fahrverbot | Einspruch ratsam? |
|---|---|---|---|---|
| Bis 10 Km/h | - | 30€ | Nein | Eher nicht |
| 11 - 15 Km/h | - | 50€ | Nein | Eher nicht |
| 16 - 20 Km/h | - | 70€ | Nein | Eher nicht |
| 21 - 25 Km/h | 1 | 115€ | Nein | Jetzt prüfen |
| 26 - 30 Km/h | 1 | 180€ | 1 Monat* | Jetzt prüfen |
| 31 - 40 Km/h | 2 | 260€ | 1 Monat | Jetzt prüfen |
| 41 - 50 Km/h | 2 | 400€ | 1 Monat | Jetzt prüfen |
| 51 - 60 Km/h | 2 | 560€ | 2 Monate | Jetzt prüfen |
| 61 - 70 Km/h | 2 | 700€ | 3 Monate | Jetzt prüfen |
| Über 70 Km/h | 2 | 800€ | 3 Monate | Jetzt prüfen |
* Ein einmonatiges Fahrverbot wird verhängt, falls Sie innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschreiten.
Toleranzabzug bei der Geschwindigkeitsmessung
Bevor wir im Detail zu den konkreten Strafen kommen, ist es wichtig, den sogenannten Toleranzabzug zu verstehen. Um Messungenauigkeiten auszugleichen, wird von der gemessenen Geschwindigkeit immer ein Sicherheitsabzug vorgenommen. Dieser Toleranzabzug variiert je nach Messgerät und gefahrener Geschwindigkeit:
- Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h: Es werden in der Regel 3 km/h abgezogen.
- Bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h: Es werden 3 % der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen.
Erst die Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz ist die, die für die Berechnung des Bußgeldes und der Punkte herangezogen wird.
* Studie der VUT Sachverständigengesellschaft mbH & Co.KGWann droht ein Fahrverbot?
Ein Fahrverbot ist eine der einschneidendsten Konsequenzen einer Geschwindigkeitsüberschreitung. Es bedeutet, dass Sie für einen bestimmten Zeitraum kein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen dürfen.
- Innerorts: Ab einer Überschreitung von 31 km/h droht in der Regel ein Fahrverbot von einem Monat.
- Außerorts: Ab einer Überschreitung von 41 km/h droht ebenfalls ein Fahrverbot von einem Monat.
- Wiederholungstäter: Wer innerhalb von 12 Monaten zweimal mit mindestens 26 km/h zu schnell erwischt wird, muss bei einer erneuten Überschreitung ab 26 km/h, mit einem zusätzlichen Monat Fahrverbot rechnen.
- Dauer des Fahrverbots: Bei gravierenderen Verstößen (ab 51 km/h innerorts oder 61 km/h außerorts) erhöht sich die Dauer des Fahrverbots auf zwei oder sogar drei Monate.
Den Zeitpunkt, wann Sie Ihr Fahrverbot antreten, können Sie in der Regel innerhalb einer viermonatigen Frist nach Rechtskraft des Bußgeldbescheids selbst bestimmen, sofern es Ihr erstes Fahrverbot innerhalb von zwei Jahren ist.
Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit
Fahranfänger in der Probezeit (in der Regel zwei Jahre nach Erhalt des Führerscheins) müssen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen mit besonderen Konsequenzen rechnen, die über die regulären Bußgelder und Punkte hinausgehen.
- A-Verstoß: Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h oder mehr gilt als sogenannter "A-Verstoß" (schwerwiegende Zuwiderhandlung).
- Konsequenzen eines A-Verstoßes:
- Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre.
- Pflicht zur Teilnahme an einem Aufbauseminar.
- Weitere Verstöße: Bei weiteren A-Verstößen oder zwei B-Verstößen (weniger schwerwiegend) nach dem Aufbauseminar kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.
Daher ist es für Fahranfänger besonders wichtig, die Geschwindigkeitsbegrenzungen stets einzuhalten, um die Probezeit ohne zusätzliche Auflagen erfolgreich zu bestehen.
Wie wird die Geschwindigkeit gemessen?
Die Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr erfolgt durch verschiedene technische Verfahren, die kontinuierlich weiterentwickelt werden, um präzise Ergebnisse zu liefern.
- Radarfallen: Sie senden Radarsignale aus, die vom Fahrzeug reflektiert werden. Aus der Frequenzänderung der reflektierten Signale (Doppler-Effekt) wird die Geschwindigkeit berechnet. Beispiele: Blitzer wie Traffipax, Multanova.
- Laser-Messgeräte (LIDAR): Diese Geräte senden Laserstrahlen aus und messen die Zeit, die der Strahl für Hin- und Rückweg benötigt. Daraus wird die Entfernung und über die Zeitdifferenz zweier Messungen die Geschwindigkeit ermittelt. Blitzer wie Poliscan Speed & Fm1, Traffistar S350 oder Handlaserpistolen, wie Riegl-FG-21-P sind hier ein Beispiel.
- Lichtschranken-Messgeräte: Hierbei wird über eine Reihe von Lichtschranken im Abstand der Fahrzeuge gemessen, wie schnell diese bestimmte Punkte passieren.
- Section Control (Abschnittskontrolle): Dieses System misst die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Streckenabschnitt, indem die Fahrzeuge am Anfang und Ende des Abschnitts erfasst werden.
- Video-Messfahrzeuge (ProViDa): Ein ziviles Polizeifahrzeug folgt dem zu messenden Fahrzeug und zeichnet per Video die Geschwindigkeit auf.
Trotz der Genauigkeit der Geräte kann es in Einzelfällen zu Messfehlern kommen, die eine Anfechtung eines Bußgeldbescheids rechtfertigen können.
Geblitzt worden: Wann lohnt sich ein Einspruch?
Trotz des allmählichen Austausches veralteter Blitzeranlagen kommt es auch im Jahr 2026 immer wieder zu Fehlermessungen. Eine Studie der Sachverständigengesellschaft VUT-Verkehr entdeckte in 56% der Bußgeldbescheide Fehler.
Auch wenn die Untersuchung von knapp 15.000 Messungen schon einige Jahre her ist, hat sich an der Art der Messprobleme nicht viel verändert.
So sind auch moderne Laserblitzer, wie Poliscan Fm1 und Traffistar S350 anfällig für Messfehler – etwa durch eine falsche Kalibrierung oder die fehlende Speicherung von Messdaten.
Ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn:
- Fahrverbot droht (ab 41 km/h außerorts / 31 km/h innerorts oder ab 26 km/h für Wiederholungstäter).
- Punkte in Flensburg anfallen (ab 21 km/h Überschreitung).
- Zweifel an der Messung bestehen (z. B. schlechte Sichtverhältnisse, defektes Gerät).
- Formfehler im Bußgeldbescheid (falsches Datum, unleserliches Kennzeichen).
Tipp: Nutzen Sie unseren Bußgeld-Check, um Ihre Erfolgschancen zu prüfen!
Folgen von Punkten in Flensburg
- 1 Punkt: Bleibt 2,5 Jahre im Verkehrszentralregister.
- 2 Punkte: Verjährt erst nach 5 Jahren. Kann zu Maßnahmen, wie Aufbauseminare führen, wenn weitere Punkte hinzukommen.
- Ab 8 Punkten: Führerschein wird entzogen.
Fahrverbot vermeiden – diese Optionen gibt es
Bei erstmaligem Verstoß mit Fahrverbot kann ein Antrag auf Milde gestellt werden (z. B. aus beruflichen Gründen). Alternativ lässt sich ein Fahrverbot aufteilen (z. B. 2 x 2 Wochen statt 1 Monat).
Bußgeld senken oder vermeiden: So geht’s
- Anhörungsbogen prüfen: Fehler können den Bescheid anfechtbar machen.
- Berufliche Härtefallregelung: Bei Pendler*innen oder Eltern.


